Thema Fluchtrucksack

Wozu braucht man einen Fluchtrucksack?

Nun die Frage ist berechtigt, denn momentan scheint es ja nicht notwendig zu sein, einen gepackten Rucksack in greifbarer Nähe stehen zu haben, um damit abzuhauen. Bei folgenden Szenarien kann es aber sinnvoll sein einen zu besitzen:

– Unwetterkatastrophe

– Schneekatastrophe

– Überschwemmungen

– Chemische, biologische und nukleare Angriffe

– Stromausfall

– Terrorangriffe

– Brände

– Plünderungen

– Bürgerkrieg

– Ethnische oder religiöse Konflikte

– Angriff einer feindlichen Armee

– Nahrungsmittelversorgung bricht zusammen

– Reaktorunfall

– Politische Spannungen

Das Gewicht

Als erstes sollte der Rucksack nicht zu schwer sein. Ich bin bei der Bundeswehr mit 10 kg Marschgepäck, Uniform, Stiefeln und Gewehr einen Leistungsmarsch gegangen und kann euch sagen, dass ist kein Zuckerschlecken. In so einen Rucksack gehören wirklich nur Notfallutensilien und das Nötigste.

Beschaffenheit

Doch wie sollte der Rucksack beschaffen sein? Ich rate zu festen Stoffen. Nicht zu diesen Outdoormaterialien die zwar gut aussehen aber die keine Brombeerhecke überstehen. Kauft euch einen guten Einsatzrucksack von der Armee. Die sind farblich super, mit ihnen werden ihr in der Natur nicht auffallen. Und noch ein Vorteil haben die militärischen Rucksacksysteme, es sind viele Einzeltaschen vorhanden, so könnt ihr alles passend einräumen und ihr habt hinterher kein Chaos.

Inhalt

Was gehört rein? Das ist teilweise eine individuelle Frage und doch wird es Gegenstände geben, die jeder dabei haben sollte auf der Flucht. Wohin willst du? Musst du draußen schlafen auf dem Weg in dein Versteck? Wie lange bist du unterwegs? Wie ist das Wetter?

Ich würde ihn so packen:
Isomatte (ins Rückenteil), Hüttenschlafsack, je nachdem ob ich draußen schlafen muss ein Tarp, Fleecejacke, Regenjacke im Beutel, Regenüberzug für den Fluchtrucksack, Unterwäsche (im Winter lang), Wollsocken zwei Paar, zwei Shirts, Lederhandschuhe (Armee), kleines Erste Hilfe Set (Motarradgeschäft), Zahnbürste, Zahnpasta, Mini Flasche Seife (z.B. bei DM), zwei Pakete Taschentücher, zusätzliche kleine Rettungsdecke zum auseinander falten (kommt mit in den Hüttenschlafsack reflektiert die Wärme sehr gut), Medikamente (Schmerzmittel, Fieber senkende Mittel, Durchfall Tabletten und verordnete Medikamente für mindestens eine Woche, Jodtabletten, GPS Gerät vollaufgeladen mit Kartenmaterial aus deiner Gegend und der wo du hinwillst, kleiner Kompass und Karte (beides hat seine Vor- und Nachteile, kleines Fernglas, wenn du hast ein Nachtsichtgerät mit oder ohne Wärmebildfunktion, Feuerzeug und Streichhölzer, Feuerstab, Esbit, Feldflasche, Nierenschale, Esbitkocher, kleines Faltbesteck, Wasserdichter Behälter mit in Öl oder Brennpaste getunkte OBs als Brandbeschleuniger (oder gesammelter Kiefernspan), Stirnlampe mit USB Anschluss, Kugelschreiber mit Licht, Zwei leere Blätter, USB Powerbank die unbedingt vollgeladen sein muss, Faltspaten, Einhandmesser, Mini Axt, kleiner Bolzenschneider, Wasser für 72 h in Hardplastikflaschen, einige kleine Pakete Survivalfood zum anrühren und aufkochen mit viel Kalorien, Energie Riegel, Nüsse, Schokolade (schwarze), Smartphone mit unregistrierter SIM Karte (Handyshop in der Seitenstraße einer Großstadt), Palituch, Reclam Büchlein für ruhige Minuten, einen USB Stick mit Kopien der persönlichen Unterlagen (könnt ihr auch verschlüsseln mit Veracrypt).

Kurz noch ein Hinweis zu meiner Feldflasche. Diese steckt in einer Extrahülle, die man an den Rucksack schnallen kann oder an eine Koppel. Sie ist nierenförmig geschwungen und passt in einen Metallbehhäler, mit dem man sie zusammen in die kleine Tasche steckt. An der Seite der Hülle sind zwei kleine Aufsatztaschen. In der einen habe ich den mini Esbitkocher und in der anderen das Feuerzeug und das Faltbesteck und zwei, drei Beutelchen Cappuccino zum anrühren. Die Flasche habe ich immer mit frischem Wasser gefüllt. Das nehme ich für Tee, Kaffee oder um meine Survivalpacks in dem dazugehörigen Nierenbecher direkt über dem Esbitkocher anzurühren. Ich werde euch diese amerikanische Armee-Feldflasche noch an anderer Stelle vorstellen.

Damit kommt ihr ca. auf 18 – 20 Kilo. Das ist kein Gewicht zum Joggen, aber damit kann man einige Kilometer marschieren. Pausen dürfen nicht zu lang sein, sonst kosten sie zu viel Energie bzw. man gibt sich der Müdigkeit hin.

Weiterführende Informationen

Wer sich noch mehr mit dem Thema Flucht und Material beschäftigen will, dem empfehle ich das Buch „Der Fluchtrucksack“ vom Timon Murken (ISBN-10 :1097945316, 7,95 Euro).

Bildquellen

  • Fluchtrucksack: Bildrechte beim Autor