Outdoor Abenteuer in Norwegen

Dieser Beitrag hat nichts mit einer Krise zu tun

Doch hat es mit krisennützlichem Material zu tun. Ich erzähle euch heute eine wahre Geschichte, mein persönliches Outdoor Abenteuer, das mir genauso 2013 in Norwegen passiert ist. Ich war dort zum Angeln mit meinem Vater und seinen Angel Freunden. Ein Mann fiel aus wegen Krankheit, sein Platz im Blockhaus war aber schon bezahlt und nicht mehr stornierbar und somit konnte ich drei Wochen umsonst an den Stavanger Fjord mitfahren. Vom Angeln hatte ich noch keine Ahnung und ich wollte da mal reinschnuppern und so nutzte ich die Chance auf einen bereits voll bezahlten Urlaub. Ein Kumpel meines Vaters hatte auch ein Kajak für mich mitgenommen, falls es mir beim Angeln langweilig werden würde. Ein paarmal fuhr ich mit den Männern raus auf den Fjord und war beim Angeln dabei. Sie fischten größtenteils Leng, einen Fisch der sehr festes und weißes Fleisch hat und sehr tief am Grund lebt.

Aber Tatsache wurde es mir nach ein paar Tagen zu langweilig und ich beschloss mit Jürgen, einem Freund meines Vaters zum Preikistolen zu fahren. Das ist ein Berg in Norwegen mit einem irren Felsvorsprung mit einer tollen Aussicht. Die Felskante fällt 600 Meter in den Fjord ab. Wir planten eine mehrstündige Fahrt ein.

Abfahrt

Wir waren spät dran hatten getrödelt, mittags ging es dann endlich los. Ich war sehr aufgeregt und hatte alles eingepackt was man am Berg brauchen kann: GPS Gerät zur Orientierung, kleines Erste Hilfe Paket für Motorradfahrer, eine Kopflampe, eine Mütze, Handschuhe, eine Fleecejacke für wenn es kalt wird, einen Windbreaker der auch Regen stand hält, eine Thermoskanne mit heißem Früchtetee, eine Packung Nüsse, ein Paket Kekse mit Salz für die Elektrolyte, ein paar geschmierte Brote, ins Auto packen wir uns jeweils ein paar Flaschen Wasser. So konnten wir auch ein paar Tage klarkommen, wenn eine Fähre am Stavanger oder Lyse Fjord ausfallen sollte. 

Wir fuhren eine Weile durch eine karge aber echt genial ausschauende raue Felslandschaft und sahen immer mal wieder Fjorde. Zwei, dreimal mussten wir mit einer Fähre übersetzen. Die fahren aber nicht stündlich oder so. Wir hatten auch schonmal ein zwei Stunden Wartezeit. Es wurde spät, der Tagesplan war total durcheinander. Das würde sich später noch rächen.

Mein größtes Outdoor Abenteuer beginnt

Bei Ankunft hatten wir durch die elenden Verzögerungen schon die Dämmerung erreicht. Wir wussten, jetzt müssen wir uns aber beeilen. Wir schnappten uns die Tagesrucksäcke und nahmen aus dem Auto noch ein wenig Wasser mit für jeden von uns. Ich nahm am Wagen noch die erste Koordinate mit meinen E-Trex 10 von Garmin. Damals war das ein top GPS Gerät, heute würde jeder die Nase rümpfen, weil es kein WLAN kann und kein großes buntes Display hat usw. Früher war das mit seinen zwei AA Batterien aber ein super robustes Gerät, was einem auch schon mal runter fallen konnte ohne direkt im Arsch zu sein. Das waren noch Zeiten!

Ab auf den Berg, ab ins Outdoor Abenteuer

Wir planten zwei Stunden für den Aufstieg. Der Wanderweg startete am Parkplatz, er sollte 3,8 km lang sein und 300 Höhenmeter haben. Das klingt ja erstmal harmlos, aber geht mal einen Geröllweg im Halbdunkel hoch. Auf halben Wege war es schon arschkalt und stockfinster, so dass ich nur noch mit meiner Kopflampe weiter konnte. Zwischendrin habe ich mir immer wieder Koordinaten genommen für den späteren Rückweg. Ich bin auch froh mir gute Wanderstiefel mitgenommen zu haben, um mir nicht die Haxen zu brechen. Es war alles ziemlich abenteuerlich. Aber nach mehrstündiger Anfahrt wollten wir natürlich nicht unverrichteter Dinge umkehren, ohne es wenigstens versucht zu haben nach oben zu gehen.

Oben angekommen war es bereits stockduster mitten im Spätherbst, die Kante des Preikistolens war nicht gesichert, kein Zaun nix. Wie weit kann man gehen, ab wo ist man im freien Fall?

Wir hatten andere Sorgen. Der Wind blies volles Pfund oben auf dem Plateau. Ich zog meinen Notfall Fleece aus meinem Rucksack und zog ihn schnell an, dann den Windbreaker wieder drüber, so war es wieder erträglich. Doch was macht man wenn die Moral sinkt? Na einen heißen Tee trinken. Ich nahm meine Thermoskanne und Jürgen und ich setzten uns aufs Plateau, von wo man nichts mehr sah, wenn man runter guckte, weil es so zugezogen und tiefschwarz war, Eben genauso, wie man sich Norwegen nachts bei beschissenem Wetter im November vorstellt. Wir tranken und aßen und ärgerten uns das alles so spät wurden und schworen uns es irgendwann nochmal im Hellen zu versuchen. Dann suchten wir den Weg runter und fanden erst nach ein paar Minuten dank meiner GPS Koordinaten den Zustieg zum Weg hinab. Ich bin heute noch froh das ich das GPS Gerät eingepackt habe. Und ich kann wirklich jedem nur empfehlen sich ein altes billiges GPS Gerät zu kaufen, denn es ist besser als gar keins zu haben. Es muss nicht immer das Highend Gerät sein für ein paar hundert Euros. Wenn du so ein Teil hast, dann kannst du dich nicht verlaufen. Sowas kann dir auch auf der flucht, wenn das denn irgendwann mal sein muss den Weg zeigen.

Das Abenteuer endet hier noch nicht, ich möchte euch das eigentliche Highlight des Tages nicht vorenthalten. Wir fuhren zurück und nach einer Weile hatten wir einen LKW hinter uns der mit einem Affenzahn angerauscht kam. Er überholte uns. Mir kam das irgendwie ziemlich übertrieben vor. Und ich sagte zu Jürgen der auch nur noch den Kopf schüttelte und sich über die Aktion aufregte: „Wenn der heute mal nicht noch einen Unfall baut.“ Wir fuhren weiter und hörten Jürgens Althippie Musik und ich entspannte mich. Nach einer halben Stunde sahen wir den LKW von vorhin in einer Kurve stehen. Ein Reifen brannte und das Fahrerhaus hing halb durch die Leitplanken und es ging steil bergab zum Fjord runter. Krass. Irgendwie hatte ich Schiss und gleichzeitig faszinierte mich die Situation. Ich stieg aus und funktionierte. Zuerst schaute ich nach dem LKW Fahrer der bewusstlos mit einer kleinen Platzwunde an der Stirn über seinem Lenker hing. Ich rüttelte an ihm, dann wachte er auf. Er sprach leider kein deutsch. Ich nahm das meinen Verbandskasten und wickelte ihm eine Mullbinde um den Kopf. Jürgen versuchte indes den Reifen mit unserem Wasservorrat aus dem Kofferraum zu löschen. Was für ein Tag. Weit und breit kein Dorf zu sehen. Wir sicherten die Unfallstelle mit unserem Warndreieck und hofften das das Feuer nicht auf den LKW überspringt. Ich rief den Notruf, ich hatte direkt einen dran der zumindest mal englisch sprach. Ich konnte ihm nicht beschreiben wo wir waren, denn ich kannte mich nicht aus und es gab auch keinen Anhaltspunkt und keinen Straßennamen. Wir waren irgendwo in der Pampa auf einer Art Bundesstraße an einem Fjord. Aber zum Glück hatte ich mein GPS Gerät dabei. Ich stellte es an und nahm die aktuelle Koordinate die bis auf 10 Meter genau angezeigt wurde. Das ist davon abhängig, wie viele Satelliten gerade am Himmel kreisen, die deine Koordinate bestimmen. Ich gab die Koordinate durch und nach einer halben Stunde trafen die Erstretter und die Feuerwehr ein. Das Feuer konnten wir klein halten mit dem Wasser und der Mann war nur ein bisschen verletzt an der Stirn. Es war also nochmal gut gegangen. Was der für ein Glück hatte, Der LKW hatte die Straßenabgrenzung ja schon mit der Schnauze durchbrochen.

Jürgen meinte der hätte sich die Bremsen heiß gebremst. Keine Ahnung was das bedeutet, aber das war alles in allem ein total heftiger und verrückter Tag und mit Abstand mein größtes Outdoor Abendteuer mit einigen Schwierigkeiten.

Was kann man aber aus dieser Geschichte lernen? Ich will es Dir sagen, erstens sollte man man wenn man in die Berge geht immer mit einem Wetter Umschwung rechnen und sich entsprechende Kleidung mitnehmen. Dann muss man immer ausreichend Wasser dabei dabei haben. Es empfiehlt sich wirklich ein paar Sixer im Wagen spazieren zu fahren, wer weiß wofür sie irgendwann mal gut sind. Hier haben sie uns wirklich geholfen. Dann sollte man immer bei schwierigem Gelände hohe Schuhe mit stabilen griffigen Sohlen tragen. Und dabei darf man auch definitiv nicht auf dem Preis schauen. Erstens halten gute Wanderschuhe länger und zweitens stinken bei guten Schuhe die Füße nicht so schnell. Ich trage derzeit Wanderstiefel von Meindl aus Leder, die kosten über 200 Euro, sind ihr Geld aber mehr als wert. Bei der Tour in Norwegen trug ich Vaude Stiefel für 150 Euro. Meine jetzt sind auf jeden Fall besser was den Tragekomfort betrifft. Ich will sie nie mehr missen. Und nun das wichtigste an diesem Tag: der Tee und das GPS Gerät. Der Tee, weil er unsere Laune und Motivation angehoben hat und das GPS Geräts uns im Dunkeln von einem Berg heile nach unter gebracht hat und weil ich damit dem norwegischen Rettungsdienst den Unfallort durchgeben konnte.

Resümee

Was hat das jetzt mit einer Krise zu tun? Nun ja, wenn Du mal zu Fuß unterwegs sein solltest in einer Notsituation und dich durchschlagen musst, nimm dir am besten ein GPS gerät mit. Vielleicht kannst du vorher in deinen Fluchtplan schon Koordinaten Deiner Ziele und Zwischenstationen eintragen. Ansonsten hilft nur noch Karte und Kompass. Besondern möchte ich auf die Zwiebelbekleidung in der Story hinweisen. Ich nehme mir am Berg immer für oben einen Fleece mit und eine Regenjacke bzw. Windbreaker. Das ist mindestens genauso wichtig wie der Tee und ausreichend Wasser.

Ich hoffe Euch hat diese unglaubliche kleine Reisegeschichte gefallen und ihr konntet etwas draus lernen. Vielleicht erzähle ich euch öfter mal was Persönliches.

Zum Schluss noch der Link zu Garmin, dort kann man sich gut über GPS Geräte informieren. Ich kenne mich mit anderen Herstellern nicht aus, daher verlinke ich diese Marke, zudem habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.

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